Calvinismus heute

Unter den christlichen Kirchen gibt es verschiedene Konfessionen. Wir unterscheiden zwischen den Katholiken und den Protestanten (die evangelische Kirche). Innerhalb dieser beiden Glaubensrichtungen gibt es jedoch unterschiedliche Abspaltungen. So geht die evangelisch-lutherische Kirche auf den Reformator Martin Luther zurück, die reformierte calvinistische Kirche beruft sich hingegen auf Johannes Calvin.

Was ist nun die Lehre Calvins? Er ging davon aus, dass Gott absolut autonom ist. Er braucht keine Vermittler, keine kirchliche Autorität auf Erden. Bindend ist einzig und allein Gottes Wort. Nur durch Jesus Christus, nicht durch die kirchlichen Institutionen gelangt der Mensch zu Gott. Nicht durch gute Werke, sondern nur durch den Glauben erkennt der Mensch Christus. Nur durch die Gnade Gottes wird der Mensch gerettet.
Das Irritierende am Calvinismus ist jedoch das Prinzip der doppelten Prädestination, der Vorherbestimmung, der jeder Mensch unterworfen ist. Gott hat von Anfang an, bereits vor der Geburt eines Menschen entschieden, wer gerettet wird und wer der Verdammnis ausgesetzt ist. Diese merkwürdige These wurde von Luther strikt abgelehnt.

Dies ist nicht der Ort, tiefer in die Theologie Calvins einzudringen. Beschäftigen wir uns mit der heutigen Reformierten Kirche. Weltweit gibt es 80 Millionen reformierte Christen. Sie gelten als ausgesprochene Anhänger der Ökumene. Dem Gemeinwohl verpflichtet und gesellschaftlichen und politischen Fragen aufgeschlossen, setzen sie sich u.a. für den Frieden in aller Welt ein. Ihre Gottesdienste sind vor allem Wortgottesdienste. Das heißt, dass in erster Linie die Heilige Schrift im Vordergrund steht. Die Predigten sind länger, die Liturgie spielt keine dominierende Rolle, dafür aber die Psalmen. Bilder, Rituale, gar Musik waren in der reformierten Kirche verpönt. Es zählte allein das Wort Gottes. Das hat sich jedoch geändert. In den reformierten Kirchen finden sogar Konzerte statt.