Aktuelle Pilgertrends

PilgerstiefelPilgern liegt im Trend – das zeigt sich spätestens, wenn man aktuelle Prospekte namhafter Reiseanbieter genauer durchliest. Immer mehr Veranstalter setzen auf Pilgerfahrten durch ganz Europa. Da fragen sich viele Menschen: Warum eigentlich ist das Pilgern so beliebt?

Pilgern – ein Trend, der nicht abreißt

Das Pilgern an sich ist keinesfalls ein neumodischer Trend, sondern in Wahrheit schon viele Jahrtausende alt. Vor allem Rom und Jerusalem galten bereits im Mittelalter als zwei der wichtigsten Pilgerstädten überhaupt. Diese bereisten die Menschen insbesondere, um ihre Sünden zu beichten. Mittlerweile jedoch hat sich das Bild etwas gewandelt und Pilgern stellt für viele Menschen eine optimale Möglichkeit dar, dem Alltag für ein paar Tage oder gar Wochen zu entfliehen, um wieder zu sich selbst zu finden und um Stille fernab jeglicher Hektik zu genießen. Nicht wenige Pilger berichten, dass sie erst durch eine solche Reise zur Ruhe kamen und neue Seiten an sich entdeckten, die sie bisher so nicht kannten. Andere wiederum berichten von der Nähe zu Gott, die sie beim Pilgern gespürt haben. Ob man nun gläubig ist oder nicht, spielt dabei nicht unbedingt die wichtigste Rolle, denn jeder pilgert anders. Während es für einige eine „Reise zu Gottes Nähe“ ist, empfinden andere Pilgerer die Reise als Ausbruch aus dem Alltag.

Pilgern – welche Orte liegen aktuell im Trend?

SO wie es auch bei normalen Reisezielen immer wieder Trends gibt, zeichnen sich auch im Bereich Pilgern ganz deutlich Tendenzen ab. Einer der berühmtesten Wallfahrtsorte der Welt ist beispielsweise Lourdes, dort können Pilger beeindruckende Marienheiligtümer in der Erscheinungsgrotte besuchen oder an Gottesdiensten und Lichterprozessionen teilnehmen.

Ebenfalls nach wie vor bekannt und beliebt ist die „Ewige Stadt“: Rom zeichnet sich nicht nur durch unzählige geschichtliche und kulturelle Highlights aus, sondern ist insbesondere für Pilger ein Mekka – und das seit Jahrtausenden. Die Visite an Gräbern verstorbener Papste zählt nach wie vor zu den populärsten Pilgerreisen überhaupt. Im Rahmen geführter Pilgerreisen werden unter anderem auch eine Teilnahme an einer Papstaudienz ermöglicht – hierfür sollte man sich an Anbieter speziell für Pilgerreisen wenden. Angenehm ist, dass man diese Reise natürlich mit einem allgemeinen Stadtrundgang verbinden kann, um die italienische Hauptstadt mit dem Colosseum, den Katakomben oder auch der Engelsburg besser kennenzulernen.

Der Klassiker ist selbstverständlich nach wie vor der Jakobsweg in Santiago de Compostela. Im Norden von Spanien gelegen, wandern dort seit Jahrzehnten Tag für Tag unzählige Menschen. Täglich legen sie mehrere Etappen mit einer Dauer zwischen drei und sechs Stunden zurück. Auf dieser Strecke gilt: Der Weg ist das Ziel. Denn beim Jakobsweg handelt es sich um keine Pilgerstätte, sondern um die Reise an sich, während der man beispielsweise die Zeit nutzen kann, über das Leben und sich selbst nachzudenken. Die Gesamtstrecke beträgt rund 44 km, insbesondere geht es dabei auf den Cruz de Ferro hinauf – einen Berg mit einer Höhe von 1.500 Metern, wo jeder Pilger – so besagt es die Tradition – einen Stein ablegt. Am achten Tag feiert man dann gemeinsam nach der Ankunft die Pilgermesse in SAntiago de Compostela.

Nicht sehr weit vom Jakobsweg entfernt befindet sich eine weitere, aktuell boomende Pilgerstätte: Fatima ist eine Stadt nahe Lissabon, die unter Pilgern vor allem für ihre Erscheinungskapelle bekannt ist. Unter anderem können hier auf Pilgerreisen auch die Teilnahme an Lichterprozessionen, Gottesdiensten und Wallfahrtsfesten mit anschließenden Sakramentsprozessionen teilnehmen. Auch diese Reise wird mittlerweile von zahlreichen Veranstaltern angeboten.

Pilgern – auch für mich das Richtige?

Ob man selbst schon einmal gepilgert ist oder sich mit Religion überhaupt auseinander setzt, spielt zunächst einmal keine Rolle. Primär geht es beim Pilgern darum, etwas für sich selbst und natürlich auch für die Seele zu tun. Jeder Pilgerer hat andere Gründe. Reist man zu Wallfahrtsstätten, dann steht der religiöse Aspekt sicherlich im Vordergrund, doch gerade der Santiago de Compostela ist für viele Menschen eine Aufgabe, die sie einmal im Leben gemeistert haben möchten. Und alleine dieses Gefühl ist die Reise sicherlich schon wert.

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