Pilgerreisen

„Ich bin dann mal weg“…Wer kennt nicht den Bestseller von Hape Kerkeling, der den berühmten Jakobsweg über eine Strecke von 800 Kilometern erwanderte und seine Erfahrungen in seinem viel beachteten Buch niederschrieb. Spirituelle Reisen, Pilgerwanderungen sind inzwischen so beliebt, dass sogar Reiseveranstalter diese Formen des sanften Tourismus in ihre Reisekataloge aufgenommen haben.
Viele Menschen haben den Massentourismus satt. Sie wollen weg vom Trubel, vom flachen Dauerspaß à la Ballermann. Sie suchen die Ruhe, die Besinnung, wollen mal ganz anders leben, weitab von Stress und Konsumterror.

Nicht alle Menschen, die sich in ihrem Urlaub auf spirituelle Reisen begeben, sind religiös veranlagt. Sie pilgern aus vielerlei Gründen, vielleicht, um einfach mal neue Erfahrungen zu machen, beim Wandern in wunderschöner Natur sich selbst zu erkunden.

Religiöse Menschen haben das Ziel, sich wenigstens einmal in ihrem Leben auf eine spirituelle Reise zu begeben, um eine bedeutende religiöse Kultstätte zu besuchen. Christen pilgern nach Israel zu den bedeutendsten Stätten im Leben Jesu, so z.B. zur Geburtskirche in Bethlehem. Der Besuch der Heiligen Stadt Jerusalem ist Pflicht. Pilgerreisen nach Rom stehen hoch im Kurs. Jeder Katholik möchte wenigstens einmal den Papst gesehen oder gar an einer Audienz teilgenommen haben. Beliebte Ziele spiritueller Reisen sind bekannte Wallfahrtsorte, an denen angeblich Wunder geschehen sein sollen. Der bekannteste ist wohl der Ort Lourdes in Frankreich oder Santiago de Compostela in Spanien, das Ziel des Jakobsweges. Immer beliebter ist auch der Aufenthalt in einem Kloster geworden. Der Tourismus hat diese Art der Unterbringung längst entdeckt. Statt ein Zimmer in einem 5-Sterne-Hotel zu buchen, kann der Pilger in einer Klosterzelle übernachten. Keineswegs auf einer Holzpritsche und bei Wasser und Brot.